Anti-Corona-Apps: Tracking versus Tracing

Es ist immer spannend nach dem Lesen des Artikels, die Kommentare dazu durchzuschauen. Ich drücke auf den Knopf „Diskutieren Sie mit“ zum einen den zahlreichen Beitrag rund um das Thema „Corona-Warn-App“ und werfe den Blick auf die Worte:

„Das ist eine tracking & tracing app. Wer sie verwendet, der gibt freiwillig seine Identität, sowie seine Lage zu jedem Zeitpunkt bekannt!“

Tracking oder doch Tracing oder beides zusammen? Die Begriffe werden oft durcheinander geworfen. Um mehr Klarheit in diese Frage zu bekommen, muss man zuallererst auf den Punkt bringen: wo genau die Unterschiede zwischen den Ansätzen Tracing und Tracking liegen?

Sprechen Sie Denglisch?

Die Wörter „Tracing“ und „Tracing“ sind die neuen Anglizismen, die in den letzten Jahren den festen Platz in der deutschen Sprache gefunden haben. Seit der Corona-Krise sind die Begriffe regelmäßig in den Medien zu treffen. Tracking im eigentlichen Sinne des Wortes bedeutet „verfolgen“. Hier ist die Rede über die aktuellen Standorte der bestimmten Person. Die Hauptfragen für solche App sind: Wer? Wo? Wann? Tracing im vorliegenden Fall kann man als „aufspüren“ übersetzen. Klingt so wie eine geheimnisvolle Detektivgeschichte. In dem Sinn spielt die Tracing-App die Rolle des Rechercheurs und hat die Aufgabe, die Spuren des Virus herauszufinden.

Die gleichen Mechanismen wie beim Postversand

Wenn ich über Tracking oder Tracing höre, kommt mir zuerst Logistik oder DHL-Dienstleistungen in die Gedanken. Dank der neuen technologischen Fortschritte ist die Online-Sendungsverfolgung kein Luxus mehr. Die Absender können immer wissen, wo sich genau im Moment das Paket befindet. Deswegen nennt man solchen Service „LIVE-Tracking“. Die Tracing-Instrumenten anderseits zeigen die Spuren der Sendung. Welchen Weg hat das Päckchen schon zurückgelegt? Die bestimmtem Stationen werden auf dem Bildschirm der Kunden bezeichnet.

Noch ein Bereich, in dem wir den Begriff Tracking treffen, ist Online-Marketing. Hier funktioniert die Technologie so, dass die Bewegungen der Nutzer im Netz verfolgt werden. Demgemäß wird es möglich, die Erfolge von Werbekampagnen oder die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite durchzuprüfen.      

Gegenwart versus Vergangenheit

Vergleichen wir weiter, um noch besser die Unterschiede zwischen Tracing und Tracking zu verstehen! Die Tracking-Apps bekommen persönliche Geodaten in der Echtzeit. Die Erfassung der Informationen geschieht typischerweise über das globale Positionsbestimmungssystem (GPS). Die Tracing-Apps dagegen sammeln nur die anonymen Kontakten im Form der ID. Sie benutzen dafür normalerweise die

Technologie namens Bluetooth Low Energy (BLE). Das BLE-Protokoll verwendet folgendes Szenarium: seltene Datenübertragung und lange Verarbeitung. Das bedeutet, dass ich als Nutzer*in ganz in Ruhe mein entspannendes Leben weiterführen kann. Die App sammelt inzwischen in regelmäßigen Zeitabständen die Informationen über die Bewegungen meines IDs und der Kontakte, die ich während des Tages betroffen habe.

Pflicht versus Freiwilligkeit

Die Tracking-Apps sind in China, Indien und Südkorea zu treffen. Die Bewohner in diesen Länder sind meistens verpflichtet, so eine App zu installieren. Die Nutzer werden dann namentlich identifiziert. Ihre Aufenthaltsorten werden dabei genau definiert und weitergeleitet. Hier ist die Rede mehr um die Kontrolle und die Überwachung, als über die Forschung.

Die Tracing-Apps, die deutsche Corona-Warn-App einschließlich, sind freiwillig. Die übertragenen Daten sind dabei anonym und temporär.

Und was sagen die IT-Spezialisten dazu?

Noch besser die Unterschiede zwischen Tracing und Tracking können die IT-Spezialisten erklären. Aus diesem Grund haben wir Tjark Ziehm, Wirtschaftsinformatikstudent der Fachhochschule Kiel und den Initiator des Forschungsprojekts OHIOH (Our Health in our Hands) gefragt. Sein Team entwickelt momentan eine Research-Tracing-App. Laut Tjark verfolgen Tracking-Apps die Menschen im LIVE-Format. „Big Brother is watching you!” nennt er das.

„Sie wissen genau, was du machst und wo. Thema Sicherheit ist besonders in Deutschland sehr sensibel. Deswegen wurde bei uns entschieden, anonymisierte Tracing-App zu initiieren. Diese hat die Aufgabe, zu verstehen zu geben, was passiert und den Nutzer rechtzeitig zu informieren. Sie rekonstruieren den Weg der ID, nicht der Person. Der Mensch entscheidet dabei selbst, ob er diese App installiert oder nicht. Unsere Gesundheit liegt demzufolge in unseren Händen“, erzählt Tjark.

Wer kann sich schon an alle Alltagskontakte erinnern?

Vor kurzer Zeit bei dem Treffen mit meinen Freunden in einer Cafeteria hat einer von uns die Frage gestellt: Wer kann sich eigentlich an alle Alltagskontakte erinnern? Das stimmt. Kaum jemand hat in dem aktuellen Lebenstempo solche Fähigkeiten. Deswegen benutzen wir den Smartphone-Kalender, Push-Benachrichtigungen und andere smarte digitale Neuigkeiten. Tracking-Apps informieren den Interessenten, wo und zu welcher Zeit wir uns befinden. Tracing-Apps demgegenüber informieren uns! Sie sind in der Lage, uns detailliert zu zeigen, ob wir engen Kontakt mit infizierten Menschen hatten, ohne dabei die persönlichen Daten zu veröffentlichen.

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