Öffentliche Verkehrsmittel: sicher unterwegs mit den neuen Technologien

Bushaltestelle. Foto: OHIOH

Menschliche Erfindungsgabe kennt keine Grenzen. Besonders in der Krisenzeit. Laut dem Bericht von „Manchester Evening News“ hat ein Mann in England eine lebendige Schlange als Mund-Nasen-Schutz im Bus benutzt. Die anderen Fahrgäste haben dies nur langsam bemerkt, dass der Passagier eine ungewöhnliche Schutzmethode gegen die Viren gewählt hat. „Pythons und andere Reptilien sind aber nicht als Masken akzeptiert“, wunderte sich später ein Sprecher der Nahverkehrsbetriebe für den Großraum Manchester, wo dieser Fall passierte.

Mitunter sind die technologischen Entscheidungen gegen die Verbreitung der Infektionen in den öffentlichen Verkehrsmittel noch faszinierender. Es gibt schon zahlreiche verschiedenen technischen Lösungen, um die Viren in den Bussen, Straßenbahnen und Zügen zu bekämpfen.

Bloß nicht anfassen!

Eine von denen ist der berührungslose Türöffner. Die Deutsche Bahn erwägt beispielsweise schon die Möglichkeit, dass sich die Türen von Zügen automatisch öffnen lassen. Ich stelle mir schon vor, wie Zuspätkommende zum Zug sprinten und versuchen, verzweifelt die Türen mit Gesten aufzumachen. Das Wechseln von Knöpfen auf Sensoren könnte vielleicht sogar für die Bahn ökonomischen Nutzen bringen. Es lässt sich ausmalen, wie viele Buttons durch verspätete Einsteiger kaputtgegangen sind.

3D-gedruckter Türgriff im Einsatz

Eine mögliche Alternative wäre auch im 3D-Druck hergestellte Aufsätze für die Griffe. Man könnte in dem Fall nur mit dem Arm die Türen öffnen lassen. Solche innovativen Haken haben im April nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause viele Schüler und Lehrer in Mittelhessen bekommen. Der belgische 3D-Druck-Experte «Materialize» hat beispielsweise ein ganz eigenen gebrauchsfreundlichen Stop-Knopf-Drücker vorgestellt. Das Design des Griffes kann jeder hochladen und ausprobieren.

Alle diese Gadgets gelten wegen der weiteren Verbreitung der Infektionen. Außerdem bleibt das Gefühl der Ungeborgenheit. Sogar in voller Kriegsbemalung, mit der eigenen 3D-Druck-Griff in der Tasche und mit der angeschalteten Corona-Warn-App auf dem Handy. Ist es echt sicher, die Fachhochschule zu betreten oder in den Bus oder die Bahn einzusteigen?

Fachhochschule Kiel. Foto: OHIOH

Am 26 September haben alle Studierenden und Lehrenden der Fachhochschule eine E-Mail von dem Büro des Präsidiums bekommen. Nun wissen wir, dass das Ministerium die Coronaverordnung für uns bestimmt hat: eine Maskenpflicht in allen Gebäuden und ein Abstandsgebot von 1,5 Metern. Um auf einen sicheren Weg zu bleiben, initiiert die Fachhochschule in Kiel dabei die eigene wissenschaftliche Corona-Warn-App, die das OHIOH-Team entwickelt hat. Meine Alma Mater muss ich noch irgendwie erreichen, ohne mich dabei mit der Infektion anzustecken. Es steht aber nicht auf meinem Wunschzettel, fast eine Stunde mit dem Fahrrad im Regen bis zum Ziel zu fahren. Als Alternativen bleiben noch die Fähre oder der volle Bus. Laut einer Studie aus Dublin funktionieren leider die Tracing-Apps in Bussen, Straßen- und U-Bahnen mit großen Fehlern. Das Team OHIOH möchtet dieses Problem genauer untersuchen und eine mögliche Variante bieten. Deswegen haben wir uns an die Kieler Verkehrsgesellschaft gewendet, um die Tests in Kieler Bussen auszuprobieren. Über die Ergebnissen der Forschung erzählen wir unseren Lesern sobald die Resultate vorhanden sind.

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