Open Source mit Frank Karlitschek. Podcast. Folge 1

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Open Source: wie man „ohne Strukturen und ohne Geld“ ein erfolgreiches Produkt kreiert?

Wie kann man mit Open Source Geld verdienen? Warum ist Open Source heutzutage für die Politik in Europa so wichtig geworden? Was hat Open Source mit der digitalen Souveränität zu tun? Darüber haben wir in unserem ersten Podcast-Interview mit dem CEO und Gründer der Nextcloud Frank Karlitschek gesprochen.

Frank hat Open Source in den 90-en Jahren kennengelernt. Ein Bekannter hat ihm damals die SUSE Linux gezeigt, die Frank total faszinierend fand. Die Ursache der Begeisterung liegt aber nicht daran, dass die Software kostenlos und für jeden frei zugänglich ist.

„Das habe ich initial so nicht ganz verstanden gehabt. Aber ich fand das super beeindruckend, dass die Software eben von der weltweit verteilten Community gemacht wird, von Freiwilligen, dass da gar kein Unternehmen dahinter steht, dass ganze Welt über Internet zusammenarbeitet und am Ende des Prozesses kommt etwas heraus, das ziemlich gut funktioniert. Das fand ich total unglaublich, dass so was möglich ist ohne irgendwelche Strukturen, chaotisch, ohne Geld sowas zu produzieren“, so beschreibt Frank seine erste Erfahrung mit Open Source.

Open Source: „einfach die Motorhaube aufmachen und reinschauen“

Mit Open Source bekomme man die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Software-Welt zu werfen, die Innovationen zu beobachten und zu verstehen, wie das alles funktioniert, so sieht Nextcloud-Gründer die Vorteile von Open Source.

Man kann die Motorhaube im Auto aufmachen und reinschauen, wie es hinter den Kulissen funktioniert

Frank Karlitschek

Open Source und digitale Souveränität

Der Technologieunternehmer Frank Karlitschek hat uns auch erzählt, warum Open Source heutzutage so wichtig geworden ist. In den 80-er Jahren war die Welt noch disconnected. Die Wichtigkeit, Privatsphäre und Daten zu schützen, sei damals nicht so kritisch gewesen. Heute sei das nicht der Fall. „Da waren die Daten in dieser Kiste unter meinem Schreibtisch. Aber heutzutage sind alle Systeme miteinander vernetzt. Alles hat konsequente Internetverbindung. Hier muss man aufpassen, da es besteht natürlich diese Hacken Daten Cracken. Und da kann Open Source eben davor schützen“, so laut Karlitschek. Open Source sei früher ganz oft mit den „langweiligen und doofen“ Software-Lizenzen assoziiert worden. Heute verstehen die Menschen mehr, dass Open Source für die digitale Souveränität wichtig sei. „Die langweiligen Lizenzen dabei sind nur ein Tool, das zu erreichen“, kommentiert Nextcloud-Gründer.

Wie kann man mithilfe von Open Source Geld verdienen?

Open Source ist nicht umsonst. Unternehmen, die 100% Open Source sind, können keine Software-Lizenzen verkaufen, weil sie sowieso frei zur Verfügung stehen. Man kann aber die Dienstleistungen bieten. Frank Karlitschek findet, dass Subscription die beste erfolgreiche Open Source Geschäftsmodell ist. Nextcloud benutzt auch diese Methode, um Geld zu verdienen.

„Als Unternehmen möchte man natürlich konkrete Ansprechpartner haben, Support Kanal haben, Service-Level-Agreement, Reaktionszeiten … Zertifizierung, Trainings, Workshops, Hilfe beim Skalieren… Das bieten wir unseren Kunden in Form einer Subscription“.

FRANK KARLITSCHEK

In unserem Podcast spricht Frank Karlitschek auch über die Erfolgsfaktoren von Open Source, über die Corona-Warn-App, Homeoffice und Hierarchiestruktur in Nextcloud. Viel Spaß beim Hören.

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